Module Einsatztraining

Modul 1: Grundlagen der Kommunikation

Das erste Modul stellt in kurzen Einheiten grundlegendes Wissen rund um das Überbringen von schlechten Nachrichten dar. Folgende Punkte werden bearbeitet:

3 Säulen der Kommunikation 

Die Grundlagen der Kommunikation basieren auf Carl Rogers und stellen die Basis einer gelingenden Überbringung von Nachrichten dar. Diese sind:  

  • Echtheit: Präsent sein in der Kommunikation und dadurch Sicherheit schaffen 
  • Empathie: Verständnis für die Gefühle und Gedanken des Gegenübers  
  • Akzeptanz: des Menschen und der Situation


Abwehrmechanismen & Akute Belastungsreaktion
 

Abwehrmechanismen sind menschliche Reaktionen die unbewusst auftreten, wenn schwierige oder negative Situationen und Emotionen auftreten. Es wird ein Überblick über mögliche Reaktionen beim Überbringen schlechter Nachrichten gegeben.  

Die akute Belastungsreaktion ist eine extreme Reaktion, welche kurz nach einem überwältigenden traumatischen Ereignis auftreten kann. Zu den möglichen Reaktionen zählen zum Beispiel: 

  • Die Person nimmt sich selbst oder die Umgebung als fremd wahr 
  • Übererregung 
  • Stimmungsschwankungen zwischen Aggression inklusive Wutausbrüchen, Weinen oder auch Lachen 
  • Körperliche Symptome wie Schwitzen, Herzrasen, Übelkeit, Ohnmacht, Kollaps 
  • Sprachlosigkeit

Da Polizist:innen oftmals die ersten Personen sind, welche in schwierigen Situationen vor Ort sind oder schlechte Nachrichten überbringen, müssen sie psychische Erste Hilfe leisten können  

 

BELLA-Prinzip 

Das Bellakonzept nach Sonneck ist eine Methode zur Krisenintervention, die darauf abzielt, 
Menschen in emotionalen und psychologischen Krisen zu helfen. 
Es bietet eine strukturierte 
Herangehensweise, um Unterstützung zu leisten und die Resilienz der Betroffenen zu stärken. 
 

  • Zentrale Schritte sind Beziehungsaufbau, Situationsklärung, Symptomlinderung und Ressourcenaktivierung.  
  • Es bietet klare Gesprächsleitlinien für belastende Krisensituationen.  

 

B – Beziehung aufbauen  

E – Erfassung der Situation  

L – Linderung von Symptomen  

L – Leute einbeziehen, die unterstützen  

A – Ansatz zur Problembewältigung – weitere Vorgehensweise 

Modul 2: Videoanalyse von Praxiseinsätzen

In diesem Modul arbeiten die Polizist:innen mit realitätsnahen Videosequenzen aus Einsatzkontexten rund um das Überbringen von Todesnachrichten. Gemeinsam wird Schritt für Schritt analysiert, wie Kommunikation in emotionalen Ausnahmesituationen wirkt – auf Betroffene, Angehörige und auch auf das polizeiliche Gegenüber.

Im Fokus steht nicht „richtig oder falsch“, sondern das bewusste Erkennen von kommunikativen Schlüsselmomenten: Wie wird der Kontakt hergestellt? Wie werden Worte gewählt? Wie wird mit Schock, Verleugnung, Wut oder Rückzug umgegangen? Welche Signale senden Körperhaltung, Stimme, Tempo, Blickkontakt? Und wie lässt sich trotz Zeitdruck, Unsicherheit und Einsatzdynamik professionell, klar und menschlich bleiben?

 

Inhalte des Moduls:

  • Analyse typischer Gesprächsphasen beim Überbringen einer Todesnachricht (Einstieg – Kernbotschaft – Stabilisierung – Abschluss)

  • Erkennen von Eskalations- und Deeskalationssignalen in Sprache und Verhalten

  • Umgang mit akuten Belastungsreaktionen und schwierigen emotionalen Reaktionen (z. B. Schock, Aggression, Zusammenbruch)

  • Struktur und Orientierung geben: klare Botschaften, Dosierung von Informationen, Pausen zulassen

  • Fehlerquellen und „Stolpersteine“ in der Kommunikation (z. B. beschönigen, überreden, zu viele Details, zu frühe Problemlösung)

  • Transfer in die Praxis: Was funktioniert im Streifendienst realistisch – und wie bleibt man handlungsfähig als Team?

 

Ziel des Moduls:
Die Polizist:innen entwickeln ein geschärftes Auge und Gehör für wirksame Einsatzkommunikation. Durch die Videoanalyse lernen sie, kommunikative Muster zu erkennen, eigene Reaktionen besser einzuordnen und konkrete Handlungsoptionen abzuleiten. Ziel ist es, in hochbelastenden Situationen professionell, strukturiert und empathisch zu kommunizieren – und dabei auch die eigene Sicherheit, Stabilität und Teamfähigkeit zu stärken.

Modul 3: Simulationstraining – Real Cases mit Schauspieler:innen

Im Simulationstraining wird das Gelernte unter realitätsnahen Bedingungen angewendet. Mit professionellen Schauspieler:innen werden einsatztypische Situationen rund um das Überbringen schwieriger Nachrichten (insbesondere Todesnachrichten) so authentisch wie möglich nachgestellt – inklusive Emotion, Dynamik, Zeitdruck und unvorhersehbaren Reaktionen. So entsteht ein geschützter Trainingsraum, der sich trotzdem „wie echt“ anfühlt.

Die Polizist:innen üben dabei, die erarbeiteten Kommunikationstools (z. B. Struktur, klare Botschaften, aktives Zuhören, Deeskalation, Haltung) gezielt und situationsangepasst einzusetzen. Die Szenarien bauen in ihrer Komplexität aufeinander auf: von klar strukturierten Einstiegen bis hin zu herausfordernden Verläufen mit starken Emotionen, Widerstand, Aggression oder Rückzug. Besonderes Augenmerk liegt darauf, als Team handlungsfähig zu bleiben, Rollen klar zu halten und auch bei hoher Belastung professionell zu kommunizieren.

Inhalte des Moduls:

  • Realistische Rollenspiele mit Schauspieler:innen (verschiedene Einsatzlagen und Angehörigenreaktionen)

  • Anwendung der Kommunikationstools in Echtzeit: Einstieg, Kernbotschaft, Stabilisierung, Abschluss

  • Training von Sprache, Stimme, Körperhaltung und Präsenz unter Stress

  • Umgang mit schwierigen Reaktionen (z. B. Schock, Verzweiflung, Vorwürfe, Aggression, „Freeze“)

  • Teamkommunikation im Einsatz: Rollen, Abstimmung, Übergaben, gegenseitige Entlastung

  • Struktur geben, ohne zu „mechanisch“ zu wirken: professionell und menschlich bleiben

Feedback & Reflexion (zentraler Bestandteil):
Nach jeder Simulation erfolgt eine strukturierte Nachbesprechung: Was hat gut funktioniert? Wo waren kritische Momente? Welche Formulierungen und Interventionen haben deeskalierend oder stabilisierend gewirkt? Die Teilnehmer:innen erhalten konkretes, praxisnahes Feedback und entwickeln individuelle Strategien, die im Außendienst realistisch umsetzbar sind.

Ziel des Moduls:
Ziel ist es, Kommunikationskompetenz nicht nur zu verstehen, sondern unter Einsatzbedingungen sicher abrufen zu können. Die Teilnehmer:innen gewinnen Routine, Sicherheit und Klarheit im Handeln – auch wenn Emotionen hochgehen. Am Ende sollen sie schwierige Nachrichten strukturiert, empathisch und professionell überbringen können, dabei Teamfähigkeit und Eigensicherung stärken und in belastenden Situationen handlungsfähig bleiben.

Weiterführende Links

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